Wenn eine Mail behauptet, dich beim Pornoschauen gefilmt zu haben
Solche Mails behaupten oft, dein Passwort zu kennen (als „Beweis") und dich über die Webcam beim Ansehen von Pornos gefilmt zu haben. Sie drohen, das Video an alle deine Kontakte zu schicken, wenn du nicht in Kryptowährung bezahlst.
Die gute Nachricht: Es ist fast immer ein Bluff
- Das angezeigte „Passwort" stammt meist aus einer alten, öffentlich bekannten Datenpanne, nicht von deinem Gerät.
- Es gibt in aller Regel kein Video. Die Erpresser verschicken dieselbe Mail massenhaft an tausende Adressen.
Was du tun solltest
- Nicht zahlen, nicht antworten.
- Mail als Spam/Phishing melden und löschen.
- War das genannte Passwort mal deins? Ändere es überall, wo du es noch nutzt.
- Sprich mit einer Vertrauensperson. Du musst da nicht allein durch, auch wenn es unangenehm ist.
Weiterführend: klicksafe.de
Was Sie als Elternteil wissen sollten
Sextortion-Mails sind eine Massen-Betrugsmasche, die inhaltlich fast nie zutrifft. Anders ist es bei gezielter Sextortion: Hier drängen Täter Jugendliche in Chats zur Herausgabe echter intimer Bilder und erpressen sie anschließend damit. Beide Fälle brauchen unterschiedliche Reaktionen.
Bei der Massen-Mail
Ruhig bleiben, nicht zahlen, Mail löschen/melden. Betroffenes Passwort ändern, falls es tatsächlich einmal genutzt wurde.
Bei echter Erpressung mit echten Bildern (z. B. nach Online-Kontakt)
- Sofort Kontakt abbrechen, nichts zahlen. Zahlung führt fast immer zu weiteren Forderungen.
- Beweise (Screenshots, Chatverlauf) sichern, bevor Sie etwas löschen.
- Anzeige bei der Polizei erstatten: Das ist eine Straftat, kein „peinliches Missgeschick".
- Plattform-Meldefunktion nutzen, um Inhalte entfernen zu lassen.
Weiterführend: jugendschutz.net · Sextortion (Wikipedia)
Wenn Mitarbeitende oder Schüler:innen betroffen sind
Sextortion-Fälle erreichen auch Schulen, Jugendorganisationen und Unternehmen. Das passiert etwa, wenn Betroffene sich an eine Vertrauensperson im Umfeld wenden, oder wenn Täter Druck über Firmen-/Schul-E-Mail-Adressen ausüben.
Unsere Handlungsempfehlungen
- Klare Anlaufstelle benennen: Wer meldet sich Betroffenen, ohne zu urteilen oder Panik zu verbreiten?
- Nicht zur Zahlung raten, auch nicht „um es schnell aus der Welt zu schaffen".
- Externe Fachstellen einbeziehen: jugendschutz.net, Polizei, ggf. spezialisierte Beratungsstellen.
- Sensibilisierung anbieten, ohne Betroffene bloßzustellen. Prävention funktioniert am besten anonym und niedrigschwellig.
Weiterführend: Materialien für Schulen (klicksafe.de)